KI-Missbrauch erkennen und abwehren: So schützen Sie sich 

Michelle Jörgens / AWSi & Nicolas Hellbrück / AWSi

Artikel 03/26

KI generiertes Bild

Mit der zunehmenden Integration von Künstlicher Intelligenz in berufliche und private Bereiche wächst die Zahl KI-generierter Inhalte rasant. Diese Inhalte werden jedoch nicht immer mit guter Absicht erstellt. Neben der KI-basierten Erstellung von Bildern, Videos und Texten wird KI auch zunehmend zur Kontaktaufnahme eingesetzt, etwa bei KI-basierten Anrufen oder Phishing-Attacken. Doch wie kann man sich und sein Unternehmen davor schützen?

 

Wenn Algorithmen Ängste schüren und Daten klauen

Künstliche Intelligenz (KI) hat nicht nur das Potenzial, zahlreiche Prozesse zu optimieren, sondern birgt auch Risiken und neue Herausforderungen, insbesondere mit der Möglichkeit des missbräuchlichen Einsatzes. So können KI-generierte Inhalte von Dritten zur Manipulation von Emotionen genutzt werden, etwa durch verzerrte Darstellungen von Krisen, die Ängste schüren und das Arbeitsklima beeinträchtigen können. Solche Bedrohungen können zudem zu Datenverlust, Identitätsdiebstahl oder finanziellen Schäden führen, wenn durch täuschend echte KI-Nachrichten oder -Anrufe sensible Informationen abgegriffen werden. Unternehmen und Privatpersonen müssen sich daher zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, wie sie sich vor den Gefahren schützen können, die durch KI-generierte Inhalte oder KI-basierte Kontaktaufnahmen entstehen.

 

KI-Inhalte entlarven: Von glatter Haut bis zu falschen Schatten

Auch wenn es zunehmend schwieriger wird, KI-Inhalte eindeutig zu identifizieren, gibt es einige Merkmale, anhand derer Sie dies tun können. KI-generierte Bilder verraten sich beispielsweise häufig durch unnatürliche Proportionen, Texturen oder Licht- und Schattenverhältnisse. Schauen Sie genau hin: Oft wirken Hautpartien künstlich glatt oder wachsartig, während im Hintergrund Objekte physikalisch unmöglich verschmelzen oder Schatten in falsche Richtungen fallen. Zudem scheitern die Modelle häufig noch an komplexen Strukturen, was sich in deformierten Händen, asymmetrischen Accessoires wie Brillen oder wirren, unlesbaren Schriftzeichen äußert. Neben der menschlichen Einschätzung anhand typischer Fehlerquellen empfiehlt es sich bei Zweifeln an der Echtheit, zusätzlich ein KI-Erkennungstool heranzuziehen. Für die verschiedenen Inhaltstypen (Bild, Video, Ton, Text) gibt es zahlreiche Online-Tools, die diesen Service häufig sogar kostenlos anbieten. Da jedoch weder die menschliche Erkennung noch die Erkennung durch Tools zu 100 % verlässlich sind, sollten beide Methoden kombiniert werden.

 

Beispiel: KI-Erkennung bei einem Bild

  • Materialien: Ein Tennisplatz mit ungewöhnlich glattem Boden.
  • Hintergrund: Der Schläger des mittleren Spielers ist unvollständig abgebildet.
  • Text im Bild: Auf der Bande steht „US OPIUM“ anstatt „us open“.

Angesichts dieser Bedrohungslage ist Handeln gefragt: Um nicht Opfer KI-unterstützter Attacken zu werden, müssen präventive Maßnahmen zum Schutz von Firmenvermögen und sensiblen Daten ergriffen werden. Folgende Maßnahmen können präventiv ergriffen werden:

  • Authentifizierung: Legen Sie Codewörter zur Identifizierung von Personen fest und fragen Sie bei Zweifeln nach dem Codewort.
  • Rückruf: Bei Zweifeln legen Sie auf und rufen Sie die Person unter einer bekannten Telefonnummer zurück.
  • Vier-Augen-Prinzip: Werden wichtige Entscheidungen verlangt, sollten Sie zur Absicherung immer eine zweite Person hinzuziehen.
  • Content Credentials & Wasserzeichen: Achten Sie bei E-Mails und Anhängen auf Content Credentials oder Wasserzeichen, da diese Metadaten für die Herkunft/Integrität liefern können.
  • Absender: Achten Sie auf unpassende oder ungewöhnliche E-Mail-Adressen (z. B. leicht veränderte Domains wie „gmali.com“ anstatt „gmail.com“).
  • Technische Abwehr: Nutzen Sie technische Abwehrsysteme (z. B. SIEM-Systeme), um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.
  • Awareness: Frischen Sie regelmäßig Ihr Wissen zum Thema KI-Erkennung auf, um Täuschungsversuche verlässlicher zu identifizieren.

 

KI-Risiken meistern: Proaktiv handeln, Schaden abwehren

KI-generierte Inhalte oder KI-basierte Kontaktaufnahmen sind längst keine Science-Fiction mehr. Wenn sie böswillig eingesetzt werden, können sie ernsthaften Schaden anrichten. Umso wichtiger ist es deshalb, sich aktiv durch Prävention zu schützen und im Zweifel korrekt zu eskalieren. Wenn Sie sich regelmäßig mit diesen Themen befassen, schützen Sie nicht nur sich selbst und Ihr Unternehmen, sondern stärken auch dessen langfristige Widerstandsfähigkeit gegenüber digitalen Bedrohungen.

Fazit

  • Achten Sie auf typische KI-Merkmale (z. B. unnatürliche Proportionen, Texturen oder Schreibfehler).
  • Bleiben Sie kritisch und hinterfragen Sie lieber zu oft als zu wenig.
  • Nutzen Sie Codewörter zur Identifizierung von Personen oder rufen Sie eine bekannte Nummer zurück, um betrügerische Kontaktaufnahmen zu vermeiden.
  • Überlegen Sie sich immer, mit welchem Ziel Ihnen KI-generierte Inhalte gezeigt bzw. KI-basierte Kontaktaufnahmen initiiert werden (z. B. Täuschung zum Erhalt sensibler Daten oder Manipulation zu Propagandazwecken).

Nutzen Sie unsere Veranstaltungsangebote. So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand der KI-Sicherheitsmaßnahmen.

Michelle Jörgens

AWSi

Nicolas Hellbrück

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